Münster und der Frieden

Rückblick auf das erste Halbjahr 2024

Heute ist der längste Tag des Jahres, was bedeutet, dass zugleich die Jahreshälfte fast erreicht ist. Grund genug einen Blick zurück zu werfen, insbesondere, da es in der letzten Zeit etwas stiller um den Friedensblog geworden ist. Das bedeutet aber nicht, dass nichts geschehen wäre – ganz im Gegenteil. Wie schon im Jubiläumsjahr gab es gefühlt unendlich viele Aktionen und Veranstaltungen für den Frieden, von denen ich hier nur einige wenige beispielhaft nennen kann.

So stand der Februar im Zeichen der beiden großen Konflikte unserer Zeit, dem Ukrainekrieg und dem Krieg in Gaza. Daher gab es am 24.02. zunächst eine Solidaritätskundgebung mit rund 600 Beteiligten, die unter dem Motto „Das Licht wird gegen die Dunkelheit gewinnen“ gegen den russischen Angriffskrieg auf die Straße gingen. Am Abend richtete zudem das Netzwerk „Ukrainian Studies‟ der Universität Münster eine Podiumsdiskussion mit dem Thema „Die Ukraine und Europa. Perspektiven eines EU-Beitritts‟ aus. Die Stadt Münster hatte bereits am Tag zuvor zur einer Solidaritätsveranstaltung ins Rathaus eingeladen. Der Gazakonflikt stand hingegen im Fokus einer Podiumsdiskussion der „Combatants for Peace“, die von neun friedensaktiven Gruppen Münsters wie der FiM, Pax Christi oder der Friko organisiert und vom Friedensbüro bzw. der AG Frieden gefördert wurde. Osama Eliwat aus Palästina und Rotem Levin aus Israel sprachen über ihre persönlichen Erfahrungen, ihre Sorgen insbesondere angesichts des aktuellen Konfliktes, aber auch ihre Hoffnung auf Frieden.

Der März war geprägt von den Internationalen Wochen gegen den Rassismus, koordiniert vom Kommunalen Integrationszentrum sowie dem Integrationsrat der Stadt Münster, zu denen 10 Veranstaltungen gefördert werden konnten. Insgesamt gab es dabei Lesungen und Podiumsdiskussionen ebenso , wie die Aktion COPpuccino der Polizei. Insgesamt wurde so deutlich, dass Münster Vielfalt nicht nur liebt, sondern auch lebt. Für das Friedensbüro stand der Monat zudem, genauso wie bereits der Februar, ganz unter dem Stern des Monitorings des Europäischen Kulturerbe Siegels (EKS), durch das alle vier Jahr die Siegelstätten nachweisen müssen, dass sie noch die Bedingungen für das EKS erfüllen. Das Ergebnis des Monitorings steht allerdings noch aus – wir dürfen also weiter gespannt sein.

Der Monat ging schließlich über in die Osterzeit und mit ihr die traditionellen Oster- bzw. Friedensdemonstrationen, zu denen auch in diesem Jahr wieder u.a. die Friedens-Fahrrad-Demo der DFG-VK gehörte. Im April begann mit der Ausstellung „Friedensmenschen‟ zudem die erste Veranstaltung der Renovabis Pfingstaktion, die bis in den Mai hinein nicht nur die kirchlichen Einrichtungen, sondern, z.B. über das Pflanzen eines Friedensbaumes, auch Schulen mit dem Thema Frieden verband. Für das Friedensbüro war der Monat ferner nicht nur durch zahlreiche Vorträge und Führungen für Gruppen von der Jugendorganisation bis zum Seniorencafé geprägt, sondern auch mit den Vorbereitungen für den Europamonat Mai.

Dieser startet eigentlich schon im April und bestand aus zahlreichen Aktionen anlässlich der Europawahl (einen Rückblick findet ihr hier). Zu diesen gehörte nicht nur z.B. eine vom Büro Internationales organisierte Podiumsdiskussion mit EuropawahlkandidatInnen vor etwa 600 SchülerInnen im Cineplex , sondern auch das altbekannte Hansemahl und die Friedenspreisverleihung an Emmanuel Macron und das Deutsch-Polnische-Jugendwerk. Diese Gelegenheit haben wir zudem genutzt mit „WE ARE EUROPE – eine europäische Jugendbegegnung“ ein Begleitprogramm für SchülerInnen und Partnerschaftsvereine zu organisieren. Auf einer Bühne auf dem Stubengassenplatz stellten sich u.a. Bundesfamilienministerin Lisa Paus sowie die polnischen Bildungsministerin Barbara Nowacka den Fragen der Schülerinnen und Schüler, die zudem die zahlreiche Aktionen rund um das Weimarer Dreieck vorstellten. Zugleich war es auch ein Tag des Netzwerkens für alle Beteiligten, zu dem auch der Gang in eine eigens reservierte Zone auf dem Prinzipalmarkt gehörte, um die Präsentation der PreisträgerInnen auf dem Sentenzbogen zu beobachten.

Der Juni schließlich brachte nicht nur die Europawahl, sondern auch die Kopfhörerparty „Celebrate Democracy“. 6000 Menschen, vom Kleinkind bis zum Senior, verwandelten den in Europafarben illuminierten Prinzipalmarkt in einen Dancefloor. Bei drei verschiedenen Musikkanälen gaben Sie dem Motto der europäischen Union „In Vielfalt Geeint“ so einen emotionalen visuellen Ausdruck.

Ihr seht also, in Münster passiert weiterhin viel um den Frieden. Und auch in der zweiten Jahreshälfte könnt ihr Euch auf viele interessante Veranstaltungen, z.B. im Rahmen des  Friedenskulturmonats oder der Dialoge zum Frieden, freuen. Hier auf dem Friedensblog geht es in Kürze weiter mit dem ersten versprochenen Bericht zum Thema Frieden-Pluralismus. Es lohnt sich also, immer wieder vorbeizuschauen.

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